Sich widmen

Autorin: Lydia Penner
Übersetzung: Martje Postma 

Niederländische Mennoniten sind sehr aktiv, wie in den Niederlanden allgemein üblich. Sie sind überzeugt davon, dass sie Verantwortung übernehmen müssen, für sich selbst, und für die Gesellschaft in der sie leben.

 

Sich bekennen

Es gibt kaum einen Beruf oder eine Sparte, in der keine Mennoniten tätig sind. An ihrem Arbeitsplatz sprechen sie über ihre Werte. Ihre Kinder besuchen zumeist staatliche Schulen, da deren Eltern ihnen lieber die eigene christliche Lebensform vermitteln wollen. Oft sind sie die einzigen Kinder in ihrer Klasse, die im Christentum beheimatet sind. Dies führt dazu, dass sie schon mal nach ihrer Kirche und ihrem Glauben gefragt werden.

 

Geburtstage

Mennonitische Kinder sind aktiv in Sport und Musik und beim Theaterspielen, bei Aktivitäten, die ihre persönliche Entwicklung fördern. Viele von ihnen sind ebenfalls außerdem aktiv in ihrer Sonntagsschule. Um einen Beitrag zu leisten bei einer Organisation, die Geburtstagspakete für Familien mit geringem Einkommen gestaltet, backten Kinder in Den Haag Gebäck, das sie nach dem Gottesdienst verkauften. In den Niederlanden wird großer Wert auf eine Geburtstagsfeier gelegt, was unter anderem bedeutet, das Kinder etwas Leckeres für ihre Klassenkameraden mitbringen. Mit diesen Paketen können Kinder aus armen Familien ihren Geburtstag so feiern wie alle anderen Kinder auch.

 

Fahrradfahren

Mennoniten aller Altersgruppen sind begeisterte Fahrradfahrer. Mit dem Fahrrad unterwegs zu sein ist ja auch die schnellste und billigste Art, sich in einem dicht bevölkerten Land fortzubewegen, es ist gesund und besser für die Umwelt. In Joure, einer kleinen Stadt in Friesland, hat die Jugend eine Radtour auf den Spuren von Menno Simons organisiert, von seinem Geburtsort Witmarsum nach Bad Oldesloe, wo er gestorben ist. Mit der Unterstützung von Sponsoren sammelten sie Geld für eine Behindertenwerkstatt in einem nahegelegenen Dorf.

 

Ehrenamtlicher Einsatz

Wie Christen aus anderen Kirchen auch übernehmen mennonitische Eltern, Senioren und Alleinstehende aller Altersgruppen viele ehrenamtliche Aufgaben, nicht nur in ihrer eigenen Gemeinde, sondern auch an ihren Wohnorten. Sie sind z.B. als Gastgeber in Museen tätig, sie besorgen Blumen für Krankenhäuser und Altenwohnheime, und bringen Patienten zu gemeinsamen Aktivitäten. Sie besuchen Menschen, die wenig Kontakte haben, machen Besorgungen und erledigen Handwerkliches für Menschen in ihrer Nachbarschaft, die ihre Wohnung nicht verlassen können, und stehen Verwandten und Nachbarn bei, wenn diese in Not sind – eine Vielzahl an Aufgaben. Einige Gemeinden, wie Zaandam, Surhuisterveen, Rottevalle und Drachten, engagieren sich bei der Flüchtlingsarbeit im Lande.