Christliche Friedensstifter Teams Europa (CPT)

Autor: Marius van Hoogstraten
Übersetzung: Joel Driedger 

Weltweit leben Millionen von Menschen an Orten, an denen bewaffnete Gruppen, Soldaten oder Militär den Alltag bestimmen. Millionen von Menschen sind außerdem auf der Flucht. Wenn diese Nachrichten bekannt werden, reagieren viele Leute mit Gleichgültigkeit. Sie meinen, diesen Menschen kann nur geholfen werden, wenn man selbst eine Armee aussendet. Aber durch militärische Gewalt werden bestehende Konflikte meistens nur schlimmer.

 

Alternative Politik

Die Christlichen Friedensstifter Teams (englisch: Christian Peacemaker Teams, CPT) suchen nach alternativen Wegen in Konflikten. Wir gehen dahin, wo Gewalt herrscht, und setzen uns mit den Einheimischen für Frieden ein. Anstatt Waffen zu benutzen, machen wir Fotos und berichten von Konflikten und Ungerechtigkeiten. Soldaten und andere bewaffnete Gruppen können uns an unseren roten Mützen erkennen. Durch unseren Einsatz verringert sich die Gewalt, weil die gewalttätigen Leute wissen, dass sie beobachtet werden.

Früher dachten wir, dass unser gewaltfreies Engagement einzigartig ist. Nun wissen wir aber, dass es fast überall Menschen vor Ort gibt, die sich für Frieden einsetzen. Sie suchen kreative, einzigartige Wege, um der Gewalt zu widerstehen und Wirtschaftsunternehmen davon abzuhalten, Land und Leute auszubeuten. Durch Videos und Artikel wollen wir Menschen auf der ganzen Welt auf diese lokalen Friedensbewegungen aufmerksam machen. Gewaltfreier Widerstand kann vieles sein: Zum Beispiel, dass man eine Menschenkette zwischen einer unbewaffneten  protestierenden Menschenmenge und Soldaten bildet. Oder dass man Kinder zur Schule bringt, die mit Steinen beschmissen werden, oder Schafe auf die Weide bringt, wo es die Armee nicht zulassen will.

 

Gewaltfreier Widerstand

In Kanada wird das Land und Leben vieler Ureinwohner von großen Wirtschaftsunternehmen bedroht. Der gewaltfreie Protest der indigenen Einheimischen wird von CPT-Freiwilligen unterstützt. CPT ist beispielsweise dabei, wenn die Straße blockiert wird, so dass Abholzungsunternehmen ihre Transporter nicht mehr in den Wald schicken können. Die Leute von CPT informieren außerdem Kanadier ohne indigenen Hintergrund über die Situation der Ureinwohner.

In Europa ist CPT besorgt über die Flüchtlingssituation. Es gibt fast keinen sicheren Zugang nach Europa, weil alle Grenzen militärisch abgesichert sind. Viele Flüchtlinge müssen deshalb extrem gefährliche Wege nehmen. Dies führt dazu, dass in den letzten Jahren Tausende von Flüchtlingen umgekommen sind, vor allem im Mittelmeer an der Grenze von Griechenland und Türkei.

 

Die Geschichte der Christlichen Friedensstifter Teams begann 1984 auf der Mennonitischen Weltkonferenz. Ursprünglich bestand die Vision darin, Tausende von gewaltfreien Christinnen und Christen in Konfliktgebiete einzufliegen, um Frieden zu stiften. Diese Vorstellung ist aus heutiger Sicht ziemlich selbstbezogen – zum Glück können wir in einigen Fällen wenigstens ein bisschen helfen. Heute arbeiten nicht nur Christen für CPT. Die Kooperation mit lokalen Friedensgruppen bildet den Kern unserer Arbeit. Wir begleiten Graswurzelbewegungen in Kolumbien, Palästina, Irakisch-Kurdistan und Kanada.