Willkommen bei der Kirche

Autor: Madeleine und Bernard Huck
Übersetzung: Martje Postma 

Von einer  Freundin wurde ich ermutigt, doch einmal mitzukommen zu einem Gottesdienst in dieser Mennonitengemeinde. Ich bin eine Frau aus Afrika, ich habe nicht viele Bekannte und lebe in einer schwierigen Familiensituation. Mein Mann hat keine feste Arbeit, und das macht ihn manchmal nervös. Ich habe fünf Kinder, die Jüngste ist noch sehr klein. Und meine ältesten Söhne machen mir Sorgen.

 

Als Kirchgemeinde schlossen wir diese Frau bald in unser Herz und teilten ihre Sorgen. Wir gaben ihr bezahlte Arbeit, als Hausmeisterin. Sie hat es schwer in ihrer Familie, ihr Mann ist gewalttätig. Manchmal entflieht sie ihrem Zuhause und übernachtet auf dem Fußboden der Kirche. 'Endlich', sagt sie 'hier habe ich meinen Frieden.'

Wir kümmerten uns um ihre jüngste Tochter, als sie eine Reise zu ihrer Familie machte.

Sie besucht den Gottesdienst regelmäßig und kommt zur Frauengruppe. Sie saugt das Wort Gottes auf, das in ihrem Herzen arbeitet, und die Gnade Gottes verändert sie ganz allmählich.

 

Ihr Familienleben ist besser geworden, nachdem die Polizei einmal eingeschritten ist, und ihr Mann hat sich jetzt ein für allemal beruhigt.

Sie gewann die Herzen in der Kirchgemeinde. Wenn jemand krank ist, ist sie besorgt – sie sucht einen Bibelvers, der die Betreffenden mitten ins Herz trifft. Sie erkundigt sich nach ihnen.

 

Unsere Gemeinde hat ihr das Amt der Diakonin übertragen, und sie füllt diese Rolle perfekt aus. Sie nennt mich ihre 'Herzensfreundin', und das ist tatsächlich das, was sie mir ist.

Eine Bekannte, die sie sehr gut kennt, vertraute mir an, dass diese Schwester eines Sonntags als das Abendmahl ausgeteilt wurde, zu ihr kam, mit dem Brot und dem Wein. Sie war zutiefst gerührt. Gott allein die Ehre!

 

Dieses Zeugnis könnte den Eindruck erwecken, dass Willkommen heißen, Integrieren, Unterstützen und Wachstum fördern großes Geschick erfordere. Tatsächlich ist es ganz einfach. Was erforderlich ist, ist ein großes Herz, voller Mitgefühl. Mitgefühl ist nicht Mitleid, sondern Liebe. Etwas ganz Natürliches, das sich von selber einstellt, das keine Fragen stellt. Doch vor allem zeigt es die Kraft Gottes, der 'Heiler der Brüche', Derjenige, der aufrichtet und sammelt. Der Vater, der sicherstellt, dass seine Kinder, so unterschiedlich sie sein mögen, fähig sind sich gegenseitig zu begrüßen, sich zu verstehen und sich zu lieben.