Wenn der Tod zu neuem Leben führt!

Autor: Martin Podobri

Es war Sonntag, der 10.10.2010. Ein letztes Mal trafen sich die Mitglieder der Mennonitischen Freikirche Salzburg, um gemeinsam die Auflösung der Freikirche zu beschließen. Dieser Moment war gleichzeitig der Tiefpunkt in der Geschichte der Mennonitischen Freikirche Österreich (kurz MFÖ).

Die große Frage, vor der der Vorstand der MFÖ stand war: Macht es Sinn, den Bund für die verbleibenden fünf Gemeinden aufrechtzuerhalten?

 

Im Jänner 2011 trafen sich daraufhin alle Ältesten der fünf Mennonitischen Freikirchen zur gemeinsamen Klausur. Dabei entdeckten sie, dass alle Gemeinden mit den selben Problemen kämpften: es gab Konflikte in den Gemeinden, es war schwierig, Mitarbeiter zu finden und neue Älteste zu berufen.

Folglich kam die Frage auf: Wie könnte ein Bund helfen, diese Probleme zu lösen? Es war die Geburtsstunde von ‘MFÖ neu‘, dem neuen Verständnis des Bundes!

 

Der Vorstand der MFÖ befasste sich mit den Ergebnissen der Klausur und entdeckte dabei 5 Punkte, wo der Bund den Gemeinden helfen sollte. 

 

Identität stiften

‘Wer sind die Mennoniten, was glauben sie und woher kommt der Name?‘

Der Bund sollte den Gemeinden helfen, ihre eigene Identität wie auch die des Bundes zu entdecken. 

 

Leiternachwuchs fördern

Die Ältesten einer Gemeinde sind meist zu beschäftigt, um neben ihren Aufgaben in der Gemeinde den Leiternachwuchs zu fördern. Der Bund könnte hierbei helfen, die nächste Generation im Fokus zu haben.

 

Biblische Leiterschaft verwirklichen

Wenn es Probleme in der Leitung gibt, oder sich eine Gemeinde mit den “falschen” Themen beschäftigt, wer kann da helfen?

Im Neuen Testament halfen die Apostel den Gemeinden, biblische Leiterschaft zu verwirklichen. Heute sollte der Bund diese Funktion übernehmen. 

 

Gemeindewachstum fördern

Der Bund hat viele Kontakte zu diversen Missionsgesellschaften, wie auch zur Weltkonferenz der Mennoniten. Von daher hat er die Möglichkeit, Impulse für den Gemeindewachstum in die Gemeinden zu bringen.

 

Neue Gemeinden gründen

Eine Tochtergemeinde zu gründen, würde eine einzelne Gemeinde überfordern. Aber wenn alle fünf Mennonitischen Freikirchen zusammenhelfen, dann sollte es möglich sein, dies zu realisieren.

 

Es ist traurig, dass wir die Gemeinde in Salzburg verloren haben. Dieser traurige Moment hat aber dazu beigetragen, dass neues Leben in den Bund eingekehrt ist. Und so hat der Tod zu neuem Leben geführt.