Die Anerkennung der Mennonitischen Freikirche als Kirche im August 2013

Autor: Martin Podobri

 Die Reformation schlug in Österreich ein wie eine Bombe. In manchen Bundesländern waren bis zu 90% der Bevölkerung Evangelisch und viele Tausende schlossen sich den Täufern an. Im Gegensatz zu den Evangelischen wurden die Täufer jedoch von Beginn an brutal verfolgt und viele bezahlten ihren neuen Glauben mit dem Leben. Viele flüchteten oder starben als Märtyrer. Dies hatte zur Folge, dass es über 300 Jahre lang keine Täufer in Österreich gab.

1869 wurde in Wien eine Baptistengemeinde gegründet. Dies war der Neubeginn der freikirchlichen Täuferbewegung in Österreich.

 

Die Mennonitische Freikirche Österreich

Unter den Flüchtlingen des 2. Weltkrieges, die nach Österreich kamen, waren auch Mennoniten. Um ihnen und den anderen Flüchtlingen zu helfen, starteten die Mennoniten 1947 eine Hilfsaktion für Österreich. Die soziale, aber auch die geistliche Not war sehr groß. Die Missionare verteilten Decken, Kohle und Lebensmittel und predigten das Evangelium. Viele Menschen kamen dabei zum Glauben. Als Folge daraus entstand 1953 die erste Mennonitische Freikirche in Linz. In den folgenden Jahren wurden weitere Mennonitische Freikirchen in Wien, Wels, Salzburg und Steyr gegründet. Dies war der Beginn des Bundes der Mennonitischen Freikirche Österreichs.

 

Religiöser Status

Da aber Österreich bis in die 1990er-Jahre ein beinahe rein katholisches Land war, wurden die Freikirchen zwar geduldet, mussten sich aber als religiöser Verein konstituierten. Die rechtliche Gleichstellung zu den Kirchen war nicht erwünscht und auch nicht möglich.

 

Fünf Denominationen, eine Kirche der Freikirchen

Anfang 2011 trafen sich die Vorstände von vier verschiedenen Bünden (Mennoniten, Baptisten. Freie Christengemeinde und Evangelikale), um über die rechtliche Gleichstellung zu den Kirchen zu sprechen. Eines der Probleme dabei war, dass das Gesetz eine Mitgliederzahl von 2 ‰ der Gesamtbevölkerung (rund 16.500 Personen) forderte, aber kein Bund so viele Mitglieder hatte.

Dabei kam die Idee auf, dass die vier Bünde zusammen die geforderte Mitgliederzahl aufwiesen. In weiterer Folge arbeitete man intensiv an einer Verfassung für die ‘Freikirchen in Österreich‘. In diesem Prozess stieg auch die Elaia Christengemeinschaft als fünfter Bund mit ein (2012). Im Jänuar 2013 wurde der Antrag zur Anerkennung der Freikirchen in Österreich eingebracht und im August erhielt der Zusammenschluss offiziell die Anerkennung als Kirche, sodass die Baptisten, die Elaia Christengemeinde, die in 2012 beitrat, die Freie Christengemeinde/ Pfingstgemeinde, der Bund Evangelikaler Gemeinden und die Mennoniten nun eine anerkannte Kirche sind.   

 

Da die verschiedenen Freikirchen damit zur selben Kirche gehören, ist der Zusammenschluss in dieser Art einzigartig.